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Aktuelle Lage im Gebrauchtwagenmarkt nach Wirtschaftskrise und Abwrackprämie

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Im Dezember 2009 wählte die Gesellschaft für deutsche Sprache das Wort „Abwrackprämie“ zum Wort des Jahres 2009. Die hatte und hat freilich nichts mit dem Erfolg dieser dirigistischen Maßnahme gemein. Denn die Abwrackprämie, offiziell gar „Umweltprämie“ genannt, hat wirtschaftlich keinerlei nachhaltigen Erfolg gebracht. Die Gründe sind einleuchtend: Die Prämie von € 2500 bei Kauf eines Neuwagens und Verschrottung eines gebrauchten PKW bewirkte lediglich ein konjunkturelles Strohfeuer, welches in den Folgejahren 2010 und 2011 zu einer spürbaren Verschlechterung der Verkaufszahlen im Inland führen.
Denn die Verkaufzahlen, die naturgemäß in 2009 gestiegen waren, sind lediglich vorgezogene Neuwagenkäufe.

Auch aus Sicht der Umweltpolitik, Schutzschild, Vorwand und Namensgeber dieser teuren und unsinnigen Konjunkturmaßnahme, war dieser Eingriff in den Markt sinnlos. Denn selbst das Umweltministerium erkennt an: „Zur CO2-Minderung des Pkw-Verkehrs tragen die neuen Pkw kaum bei“. Diese Aussage ist verständlich und richtig, denn das frühzeitige Verschrotten eines älteren PKW kann die Umweltbelastung, die bei der Neuproduktion verursacht, wird bei Weitem nicht kompensieren. Teilweise ist es also umweltverträglicher weiter seinen Gebrauchtwagen zu fahren.

Insgesamt fünf Milliarden Euro hat der deutsche Fiskus für diese Maßnahme bezahlt. Oder anders erklärt: 27 Millionen Steuerpflichtige haben zwei Millionen Autofahrer jeweils 2500 Euro geschenkt.
Die Behauptung, diese Subvention sei für die Steuerzahler kostenneutral wegen der Mehreinnahme der Mehrwertsteuer, ist ebenso falsch wie unsinnig. Die Mehreinnahmen in 2009 wurden durch die Steuerausfälle in den Folgejahren mehr als kompensiert.

Außerdem profitierten die ausländischen Autobauer überproportional. Fiat konnte seine Verkäufe an Neuwagen um unglaubliche 86 Prozent steigern, Kia, Hyundai und Suzuki konnten mit vergleichbaren Zahlen aufwarten. Insgesamt wurde der Marktanteil ausländischer Autobauer um fast 11 Prozentpunkte auf rund 55 Prozent ausgebaut werden.
Ein weiterer negativer Nebeneffekt war, dass die Nobelmarken wie BMW, Audi und Mercedes ihre Gebrauchtwagen wegen dem Run auf geförderte Neuwagen als Ladenhüter quasi unverkäuflich in ihren Filialen behielten. Der Gebrauchtwagenmarkt brach breitflächig ein und erholt sich aktuell erst wieder.

Was für die deutsche Autoindustrie sinnvoll war, war ganz sicher nicht die sogenannte Abwrackprämie, sondern vielmehr die Kurzarbeit aber – von der deutschen Politik unerwartet und unbeabsichtigt – die Globalisierung, denn es entstand eine unerwartete Nachfrage deutscher Fahrzeuge aus dem Ausland. Bleibt zu hoffen, dass die deutsche Wirtschaftspolitik aus diesem Fiasko Konsequenzen zieht.

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