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Schlechte Noten für deutsche Autohersteller im US-Crashtest

flickr.com / Winkelbohrer

Ein neuer realitätsnaher Crashtest in den USA sorgt für Aufregung bei deutschen Autobauern. Im Sicherheitscheck versagten die Mercedes C-Klasse, der Audi A4, der Lexus ES 350 sowie der Lexus IS 250/350. Mit einem grenzwertigen Ergebnis schnitten der Volkswagen CC und der 3er BMW ab. Testsieger sind der Volvo S60 und der Acura TL von Honda.

Das amerikanische Verkehrsinstitut IIHS ließ im Crashtest 13 Mittelklasselimousinen mit dem Scheinwerfer voran gegen ein Hindernis fahren. Die kleine Aufprallfläche erschwerte den Fahrzeugen, die Aufprallenergie zu absorbieren und somit die Unfallfolgen abzuschwächen.

IIHS-Präsident Adrian Lund erklärte: „Nahezu jedes neue Auto zeigt gute Ergebnisse bei frontalen Crashtests, trotzdem sterben jedes Jahr 10 000 Menschen bei Frontalzusammenstößen. Der Hauptgrund dafür sind die Zusammenstöße, bei denen der Wagen nur mit einem kleinen Teil seiner Front aufprallt. Das neue Testprogramm entspricht den Unfällen auf unseren Straßen.“

Im US-Test flog die Fahrertür des Volkswagen CC weg. Beim A4 öffnet sich die Tür. Bei einem wirklichen Unfall hätte es die Fahrer aus den Fahrzeugen geschleudert. Beim 3erBMW, der C-Klasse und dem CC versagten die Gurtkraftbegrenzer. Sie boten zu viel Spiel. Der Crashtestdummie schleuderte gegen die harten Oberflächen im Wageninneren.

Die Fahrgastzelle des Lexus war 10-mal schwerer durch den Aufprall zerstört als die des Volvos S60, dem Testsieger. Die A-Säule verbog sich. Das linke Vorderrad drückte sich in den Fußraum und klemmte den linken Fuß des Crashtestdummies ein. Sein rechter Fuß verkeilte sich unter dem Bremspedal. Das Gleiche passierte beim Test der C-Klasse. Bei sieben der dreizehn getesteten Fahrzeuge öffneten sich die Front- beziehungsweise Seitenairbags nicht. Von den sechs Seitenairbags, die sich öffneten, boten vier nur einen ungenügenden Aufprallschutz.

Keines der Fahrzeuge war nach dem Aufprall noch fahrtüchtig.Im wirklichen Leben hätte man sie in ihre Einzelteile zerlegt und über einen Online Versandhandel für Ersatzteile verkauft.

Nach Veröffentlichung der Testergebnisse kommentierte ein Mercedes-Sprecher in Stuttgart: „Der Test entspricht nicht dem realen Unfallgeschehen, ein Zusammenstoß auf Scheinwerfer-Breite ist statistisch nach unseren Daten nicht signifikant. Wir trauen dem realen Unfallgeschehen mehr als Crashtests unter Laborbedingungen.“ Er kündigte ebenso wie der Audi-Sprecher an, die Testresultate in die Entwicklung künftiger Modelle einfließen zu lassen.

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