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Stadt kann bei Autoschäden durch Schlaglöcher haften

12. Januar 2011 Keine Kommentare

Wochenlang hatte der Winter Deutschland fest im Griff. Aber erst jetzt, wo sich die kalten Temperaturen langsam verabschieden, gibt sich ein neues Problem zu erkennen. Auf deutschen Straßen haben Schlaglöcher aktuell Hochkonjunktur. Experten zufolge muss zum Ende des Winters mit erheblichen Straßenschäden und massivem Reparaturbedarf gerechnet werden. Doch wer haftet für die Schäden, die aufgrund von Schlaglöchern am eigenen Auto entstehen. Eines sei dabei vorweg genommen – der Schaden muss nicht immer aus eigener Tasche gezahlt werden. In vielen Fällen kann die Stadt für den Schaden haftbar gemacht werden. Dies ist allerdings nur dann der Fall, wenn das Schlagloch der Stadt bekannt war und das Loch tief ist.

Als Richtwert für die Tiefe des Schlaglochs gelten 5 Zentimeter. Grundsätzlich muss die Stadt allerdings nur für die Kosten aufkommen, wenn das Schlagloch nicht in einem zeitlich angemessenen Rahmen beseitigt wurde. Zudem liegt die Beweispflicht stets bei dem Antragsteller. Als Grundlage für die Haftung dient dabei das sogenannte Zwickau-Urteil. Im August 2010 entschied das Landgericht Zwickau, dass die Stadt einem Autofahrer aufgrund eines Schlaglochs einen Schadenersatz in Höhe von 2600 Euro zahlen musste. Durch Schlaglöcher können an Fahrzeugen zum Teil sehr schwere Schäden entstehen. So können sich unter anderem Achse oder Spur verstellen. Reparaturen, die infolge von Schlaglöchern getätigt werden müssen, ziehen durchschnittliche Kosten in Höhe von 200 und 1000 Euro nach sich.