Gebrauchtwagenmarkt | Auto-Magazin

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Heißer Sommer für Gebrauchtwagen

28. Juli 2012 Keine Kommentare
Mercedes B-Klasse

Mercedes B-Klasse

Während sich das Wetter in diesem Sommer eher gemäßigten Temperaturbereichen bewegt, hat sich der Gebrauchtwagenmarkt zu einem heißen Pflaster entwickelt.

In diesem Jahr greifen Privatkunden bei Neuwagen weiterhin nur zögerlich zu, der Neuwagenmarkt stagniert. Bei den Gebrauchtwagen dagegen steigt der Absatz stetig. Allein im Juni wechselten mehr als eine halbe Million Gebrauchte den Besitzer, stellten die Marktbeobachter von Schwacke fest. Insgesamt fanden im ersten Halbjahr 2012 3,5 Millionen Gebrauchtfahrzeuge einen neuen Halter, das entspricht einer Umsatzsteigerung von 2,8 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Somit ist der Aufwärtstrend auf dem Gebrauchtwagenmarkt bereits das dritte Jahr ungebrochen, besonders jüngere Gebrauchte ab etwa Baujahr 2006 sind gefragt.

Deutsche Hersteller sind besonders beliebt
Einen guten Überblick über die aktuellen Angebote bietet eine Autobörse wie Car4You. Sollten Sie dort fündig werden, denken Sie an eine Checkliste für den Gebrauchtwagen-Kauf, so schützen Sie sich vor unliebsamen Überraschungen. Die höchste Käufergunst genießen auch in diesem Jahr die deutschen Hersteller. Die Gebrauchten von Volkswagen haben bisher die Nase vorn, 121 000 Fahrzeuge wechselten den Besitzer. Mit immer noch beachtlichen knapp 70 000 Autos schob sich Opel auf den zweiten Platz nach vorne und verdrängte damit BMW/Mini und Mercedes-Benz, der Stuttgarter Autobauer fiel sogar ganz aus den Top Ten. 53 000 mal sind bisher Gebrauchtwagen von BMW oder Mini umgeschrieben. Die Hersteller Ford und Audi reihen sich dahinter ein.

Die meist gefragten Importfahrzeuge stammen zurzeit aus dem Hause Renault/Dacia, auch die Modelle von Toyota sind gefragt. Letzteres dürfte am steigenden Interesse nach alternativen Antrieben liegen.

Aktuelle Lage im Gebrauchtwagenmarkt nach Wirtschaftskrise und Abwrackprämie

1. Mai 2011 Keine Kommentare
Fiat Logo

Fiat Logo

Im Dezember 2009 wählte die Gesellschaft für deutsche Sprache das Wort „Abwrackprämie“ zum Wort des Jahres 2009. Die hatte und hat freilich nichts mit dem Erfolg dieser dirigistischen Maßnahme gemein. Denn die Abwrackprämie, offiziell gar „Umweltprämie“ genannt, hat wirtschaftlich keinerlei nachhaltigen Erfolg gebracht. Die Gründe sind einleuchtend: Die Prämie von € 2500 bei Kauf eines Neuwagens und Verschrottung eines gebrauchten PKW bewirkte lediglich ein konjunkturelles Strohfeuer, welches in den Folgejahren 2010 und 2011 zu einer spürbaren Verschlechterung der Verkaufszahlen im Inland führen.
Denn die Verkaufzahlen, die naturgemäß in 2009 gestiegen waren, sind lediglich vorgezogene Neuwagenkäufe.

Auch aus Sicht der Umweltpolitik, Schutzschild, Vorwand und Namensgeber dieser teuren und unsinnigen Konjunkturmaßnahme, war dieser Eingriff in den Markt sinnlos. Denn selbst das Umweltministerium erkennt an: „Zur CO2-Minderung des Pkw-Verkehrs tragen die neuen Pkw kaum bei“. Diese Aussage ist verständlich und richtig, denn das frühzeitige Verschrotten eines älteren PKW kann die Umweltbelastung, die bei der Neuproduktion verursacht, wird bei Weitem nicht kompensieren. Teilweise ist es also umweltverträglicher weiter seinen Gebrauchtwagen zu fahren.

Insgesamt fünf Milliarden Euro hat der deutsche Fiskus für diese Maßnahme bezahlt. Oder anders erklärt: 27 Millionen Steuerpflichtige haben zwei Millionen Autofahrer jeweils 2500 Euro geschenkt.
Die Behauptung, diese Subvention sei für die Steuerzahler kostenneutral wegen der Mehreinnahme der Mehrwertsteuer, ist ebenso falsch wie unsinnig. Die Mehreinnahmen in 2009 wurden durch die Steuerausfälle in den Folgejahren mehr als kompensiert.

Außerdem profitierten die ausländischen Autobauer überproportional. Fiat konnte seine Verkäufe an Neuwagen um unglaubliche 86 Prozent steigern, Kia, Hyundai und Suzuki konnten mit vergleichbaren Zahlen aufwarten. Insgesamt wurde der Marktanteil ausländischer Autobauer um fast 11 Prozentpunkte auf rund 55 Prozent ausgebaut werden.
Ein weiterer negativer Nebeneffekt war, dass die Nobelmarken wie BMW, Audi und Mercedes ihre Gebrauchtwagen wegen dem Run auf geförderte Neuwagen als Ladenhüter quasi unverkäuflich in ihren Filialen behielten. Der Gebrauchtwagenmarkt brach breitflächig ein und erholt sich aktuell erst wieder.

Was für die deutsche Autoindustrie sinnvoll war, war ganz sicher nicht die sogenannte Abwrackprämie, sondern vielmehr die Kurzarbeit aber – von der deutschen Politik unerwartet und unbeabsichtigt – die Globalisierung, denn es entstand eine unerwartete Nachfrage deutscher Fahrzeuge aus dem Ausland. Bleibt zu hoffen, dass die deutsche Wirtschaftspolitik aus diesem Fiasko Konsequenzen zieht.