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Druckguss in der Automobilindustrie

9. Juni 2011 Keine Kommentare

Ölwannen aus Alumninium Druckguss

Ölwannen aus Alumninium Druckguss

Das Druckgussverfahren ermöglicht es, metallische Konstruktionsteile passgenau und extrem dünnwandig zu produzieren. Hierzu benötigt man ein Metall mit geringem Schmelzpunkt, eine hitze- und druckstabile Gussform und eine Maschine, die mit einem Druck von 500 bis 1000 bar arbeitet.

Der Nutzen liegt auf der Hand: Es lassen sich schnell viele gleiche Produktionsteile herstellen, die so leicht wie möglich sind (z. B. Zink kann eine Wandstärke von 1 mm und Aluminium von 1,4 mm, in Ausnahmefällen sogar unter 1 mm haben). In der Automobil-Produktion ist dies besonders wichtig, um die Fahrzeuge möglichst ökologisch zu konstruieren. Je leichter das Fahrzeug ist, desto weniger Sprit wird verbraucht.

Wie der Druckguss funktioniert, lässt sich in etwa so beschreiben: Die Metall-Schmelze wird mit einer Geschwindigkeit von etwa 120 m/s und mit einem Druck von bis zu 200 MPa in eine Druckgussform „geschossen“. In dieser Form erkaltet nun das flüssige Metall und erhält so seine Form. Beim Druckgussverfahren wird mit sogenannten Dauerformen gearbeitet, sodass nur einmal ein Modell angefertigt wird, um daraus die Dauerform herzustellen.

Folgende Metalle finden am häufigsten Verwendung im Druckgussverfahren:
• Aluminium (Aluminiumdruckguss),
• Zink (Zinkdruckguss)
• Magnesium (Magnesiumdruckguss)
• Siliziumtombak

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde in den USA das Druckgussverfahren unter dem Namen „Spritzguss“ bekannt. Andere Begriffe sind „Pressguss“ und „Fertigguss“. Heutzutage ist aber nur noch der Begriff „Druckguss“ gebräuchlich.

Beim Druckguss ist es sogar möglich, andere Teile aus unterschiedlichen Metalle gleich mit beim Gießvorgang einzubringen, wie zum Beispiel Buchsen, Gewindebolzen oder Stifte, sodass komplette Innengewinde mit drehbaren Stahlkernen produziert werden können, die dann später wieder entfernt werden. So werden viele Arbeits- und Produktionsschritte zeitsparend in einem durchgeführt. Der Druckguss hat nur eine Einschränkung: Es sind keine gebogenen Kanäle möglich.

In der Automobilindustrie wird der Druckguss nicht nur zur Produktion von Karosserieteilen genutzt, sondern auch für die Herstellung der Hauptteile für Vergaser, Zylinderblöcken und sogar der Embleme (zum Beispiel der Mercedes-Stern).

Im Vergleich zum Druckguss lässt sich noch der Spritzguss, der jedoch nur für Kunststoffe Anwendung findet, nennen. Die Kosten für beide Verfahren liegen in etwas bei der Anschaffung gleich, nur die später Verwendung findenden Materialien schaffen einen signifikanten finanziellen Unterschied. Metallbauteile, die durch Druckguss hergestellt wurden, haben eine bis zu zwanzig Mal höhere Biegefestigkeit und Steifigkeit, als die Kunststoffe aus dem Spritzguss.

Dafür kann im Spritzguss mehrfarbig gegossen werden und es sind auch fast keine Grenzen in den Geometrien der Objekte gesetzt, wie beim Druckguss.