Ratgeber

Autoversicherung – Kosten und Spartipps für Fahranfänger

Fahrer mit einem Alter zwischen 18 und 24 Jahren sind laut Meinung von Versicherungs-gesellschaften als Fahranfänger ein erhöhtes Risiko. Denn gemäß dem statistischen Amt werden ein großer Teil der Unfälle im Straßenverkehr von Lenkern in diesem Lebensalter verursacht. Weil sie noch über wenig Fahrerfahrung verfügen, stufen Versicherungs-gesellschaften sie mit einem erhöhten Unfallrisiko ein. Eine Kfz-Haftpflichtversicherung ist z.B. für motorisierte Studenten in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben. 

Bei manchen Versicherungsgesellschaften müssen jüngere Lenker bis zum Alter von 25 Jahren wegen ihres Alters Risikozuschläge bezahlen. Schließt man einen Kfz-Vertrag ab, sollte man vorher die Bedingungen eines Vertrags bei mehreren Gesellschaften erfragen.

Welche Kosten verursacht die Kfz-Versicherung für Anfänger?

Jeder Fahrer wird von der Versicherung in eine bestimmte Schadensfreiheitsklasse (SF-Klasse) eingestuft. Das Prinzip – Fahranfänger starten üblicherweise mit der SF-Klasse 0 und klettern in weiterer Folge mit jedem Jahr ohne Verkehrsunfall eine Stufe weiter nach. Die höchste und preisgünstigste Klasse ist die SF-Klasse 35. Manche Versicherer gehen auch bis SF50 hoch.

Besonders die Kfz-Haftpflichtversicherung ist für Anfänger sehr teuer. Anfänger mit der Schadenfreiheitsklasse 0 müssen für die Kfz-Haftpflichtversicherung meistens einen Beitragssatz von 95 % bezahlen, der gemeinsam mit den Zuschlägen für das Risiko für junge Lenker auf mehr als 300% steigen kann. Je nach Versicherungsgesellschaft bezahlen Anfänger nur für die Haftpflichtversicherung im Durchschnitt zwischen 1.600 Euro und 2.600 Euro pro Jahr.

In der Vollkaskoversicherung befindet sich der Beitragssatz für Anfänger immerhin noch bei etwa 60 %. Wer sich für einen Vollkaskoschutz entscheidet, zahlt im Schnitt noch einmal rund 1.000 Euro mehr pro Jahr. Da es jedoch auch erhebliche Unterschiede beim Preis zwischen den Versicherungsgesellschaften gibt, lohnt sich ein Vergleich der Angebote in jedem Fall.

Beim Autokauf die Typklasse beachten

Bei der Hochrechnung der Beiträge für die Versicherung haben zwei Faktoren einen großen Einfluss, und zwar die Typklasse und die Regionalklasse. Da sich die zweite nicht wirklich beeinflussen lässt, will man nicht für eine preisgünstige Versicherung seinen Wohnort wechseln, bleibt nur der Hebel bei der Typklasse.

Welche Typklasse der Berechnung des Beitrags herangezogen wird, hängt davon ab, welches Fahrzeug der Versicherungsnehmer lenkt. Dabei gilt im Prinzip je niedriger die Typklasse, umso niedriger fällt der angesetzte Beitrag aus.

Ein geringerer Versicherungsbeitrag wegen einer preisgünstigeren Typklasse macht sich bei einem Anfänger wegen seines höheren Beitragssatzes deutlich bemerkbar. Aus diesem Grund sollten Anfänger beim Kauf des ersten eigenen Fahrzeugs auf jeden Fall darauf achten, welcher Typklasse das Fahrzeug zugeordnet ist.

Führerschein nicht aufschieben

Nicht alle sind sofort zum 18.Geburtstag mit Engagement dabei, den Führerschein zu machen. Wer diesen nicht sofort benötigt, verschiebt das Absolvieren der Fahrschule etwas nach hinten. Es ist später genug Zeit, um eine Führerscheinprüfung abzulegen.

Doch diese Vorgangsweise rächt sich spätestens dann, wenn man erstmals eine Kfz-Versicherung eingeht. Denn Versicherungsnehmer, die seit mehr als drei Jahren im Besitz eines Führerscheins sind, haben die Möglichkeit bei den meisten Versicherungsunternehmen direkt mit der günstigen Klasse 1/2 einsteigen. Diese Klasse ist mit einem deutlich günstigeren Beitrag verbunden als die Klasse 0.

Auf das Datum des Vertragsabschlusses achtgeben

Die Auswahl des passenden Zeitpunktes für den Abschluss der Versicherung kann auch dabei unterstützen, die Kosten gering zu halten. Am besten ist es, den Vertrag gegen Ende des ersten Halbjahres einzugehen. Wenn der Anfänger den Beginn des Vertrags einige Monate nach hinten verschiebt, muss er im teuren ersten Versicherungsjahr die Prämie nur zum Teil zahlen.

Gleichzeitig ist es wesentlich, dass der Vertrag im laufenden Jahr zumindest sechs Monate bestanden hat. Denn das ist die Grundlage dafür, dass der Anfänger eine Schadenfreiheits-klasse aufsteigen kann.

Das KFZ als Zeitwagen versichern

Eine probate Möglichkeit, um die hochpreisige Schadenfreiheitsklasse für Anfänger zu vermeiden, besteht darin, das KFZ nicht auf den persönlichen Namen, sondern über eine verwandte Person als Zweitfahrzeug zu versichern.

Dies bringt den Vorteil, dass das KFZ schon von Anfang an auf Basis einer deutlich günstigeren Klasse versichert werden kann. Bei einigen Versicherungsunternehmen startet der Zweitwagen mit der gleichen Klasse wie der Erstwagen.

Verzicht auf Kaskoversicherung

Die Auto-Haftpflichtversicherung ist für Anfänger kostspielig genug. Also sollte man gewissenhaft überlegen, ob es nicht besser ist, die Belastung durch den Verzicht auf eine Vollkasko- und/oder Teilkaskoversicherung zu reduzieren.

Denn gegensätzlich zur Auto-Haftpflicht, die für jedes KFZ gesetzlich vorgeschrieben ist, kann der Versicherungskunde bei der Kaskoversicherung die Wahl haben, ob er eine solche Versicherung eingehen möchte oder nicht.

Besonders auch im Hinblick darauf, dass viele Anfänger zuerst mit einem Gebrauchtfahrzeug beginnen, ist der Verzicht auf die Kaskoversicherung zu überlegen. Bei der Wahl, ob eine solche Versicherung wirtschaftlich empfehlenswert ist, spielen in erster Linie das Lebensalter und der Restwert des KFZ eine wichtige Rolle. Insbesondere die Vollkaskoversicherung ist für Anfänger eine teure Sache, da sie wegen der ungünstigen Klasse ebenfalls mit einem hohen Beitrag starten.

Bei der Teilkasko kommen keine Klassen zur Anwendung. Wer trotzdem eine Vollkaskoversicherung eingehen möchte, kann den Beitrag dadurch reduzieren, dass er eine Selbstbeteiligung vereinbart.

Fazit

Anfänger müssen mehr für die Auto-Versicherung bezahlen, da sie mit einer weniger günstigen Klasse starten. Trotzdem gibt es auch für Anfänger einige Varianten, die Prämie herabzusetzen. So sollten Anfänger beim Kauf des ersten eignen Fahrzeugs darauf achtgeben, dass das Modell einer preisgünstigen Typklasse zugeordnet wird.

Weitere Rabatte erhalten Anfänger bei vielen Versicherungsunternehmen, wenn sie am begleitenden Fahrunterricht oder einem Training für Fahrsicherheit teilgenommen haben. Um eine bessere Schadenfreiheitskasse zu bekommen, kann der Anfänger entweder den Elternrabatt anwenden oder sein KFZ über einen Verwandten als Zweitwagen versichern.

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